
Malerei
Schichten, Duktus, Überlappen, Trennen, Übereinanderzeichnen – der Fleck und der Punkt bilden die Grundlage meiner Arbeit. Der Fleck und der Punkt, die Fläche und die Linie tanzen miteinander. In ihrem Zusammenspiel entsteht ein Spannungsfeld aus Annäherung und Abgrenzung, aus Verdichtung und Auflösung.
Ein wiederkehrendes Thema ist die Auseinandersetzung mit menschlichen Emotionen und Beziehungen, die ich auf eine sehr persönliche und introspektive Weise darstelle.
Aus dieser Perspektive entstehen Bildräume, in denen nicht vordergründig eine Figur erscheint. Die Figur ist vielmehr die Parabel eines Zustandes, einer Eigenschaft – vielleicht der einer Blume, ihres Habitus. Dieser transformiert sich in seiner Erscheinung und überträgt sich auf die Figur, die ihn trägt und zugleich neu formt.
Der malerische Prozess beginnt lange vor dem ersten Pinselstrich. Sinneseindrücke aller Art – Licht, Geräusche, Stimmungen, selbst die Wetterlage – wirken auf mich ein und sammeln sich. Wenn ich male, hält meine Hand zwar den Pinsel, doch die Führung übernimmt der Moment, in dem der Entschluss zum Malen fällt. In diesem Augenblick verdichtet sich eine konzentrierte Energie, gespeist aus einem langen Vorlauf des Wahrnehmens und Sammelns zahlreicher Ereignisse.
In den Bildern lassen sich sowohl Gegenständliches als auch Symbolisches finden, wobei ich dem Betrachter Raum für eigene Interpretationen überlasse. Alles Gesehene bündelt sich schließlich in einem einzigen, scheinbar zufälligen Muster. Im Schaffensprozess wird dieses Muster in seiner flächenhaften Erscheinung lebendig.

„Keine Buntheit, sondern Farbigkeit. Keine geschlossenen Räume, die Geschichte ereignet sich im Freien. Die junge Frau mit dem Kurzhaarschnitt und ihre Begegnungen, vielleicht schauriger Art. Hingelegte Köpfe, vielleicht auf Laub gebettet, scheinbar wohin absinkend. Manchmal stützen die Konturen die Gesichter kaum, deren Gegenüber sämtlich nicht wir sind. Sie erwarten einen anderen Blick, den ihren auf den Schauplatz selbst gerichtet. Bilder einer Mythologie. Ihr Schicksal wird es sein, dass sie getrennt werden.“
Text: Bernhard Grabner






































